Wagen der Hedonisten am 02.06. in Rostock

Auf der Demo am 2.6. in Rostock gegen den G8 Gipfel kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Viele Teilnehmer an der Demonstration waren vermummt. Sie haben Steine auf Polizisten geworfen, Autos angezündet und Fensterscheiben zerstört. Die Mehrheit hat gewaltfrei demonstriert.

Alle Teilnehmer der Demo sind nach Rostock gekommen, um gegen eine Gesellschaftsordnung zu demonstrieren, die wenige reicher und immer mehr ärmer macht, so arm, dass ihre Kinder verhungern. Eine Gesellschaftsordnung, die verhindert, dass tot kranke Menschen Medikamente bekommen, durch die sie weiter leben könnten. Eine Gesellschaftsordnung, die es nicht schafft, die Klimakatastrophe zu verhindern. Eine Gesellschaftsordnung, die nicht nur unfähig ist diese Probleme zu lösen, sondern diese Probleme selbst verursacht hat und weiter verschärft.

Bei allem Entsetzen über den schwarzen Block sollten wir eins nicht vergessen:
der schwarze Block hatte dieselben Ziele wie alle anderen Demonstranten. Die Leute mit und ohne schwarze Kapuzen unterscheiden sich in ihren Aktionen nicht aber in ihren Zielen. Sie sind ein Teil eines gemeinsamen Protestes. Sie sorgen dafür, dass dieser Protest ernst genommen wird. Sie sorgen dafür, dass die Damen und Herren, die nach Heiligendamm kommen diesen Protest wahrnehmen. Ich fühle mich verbunden mit den Vermummten, obwohl ich niemals Steine auf Menschen geworfen habe und es auch nie tun werden und obwohl sie mir unsympathisch sind. In Rostock haben wir trotzdem zusammen Stärke demonstriert. Wenn sich nichts ändert, dann können beim nächsten mal 5000 zum schwarzen Block kommen, oder 10000. Wir haben lange Geduld gehabt und Kerzen angezündet ohne das sich irgendetwas verändert hat. Stattdessen ist alles nur viel schlimmer geworden. Gewaltfreier Protest hat nichts verändert, weil er ignoriert wurde. Es muss ich aber etwas verändern. Es kann nicht sein, dass die Entscheidungsträger in der Gesellschaft über jahrzehnte hinweg die Lebensgrundlage von Millionen zerstören, sich dabei die Taschen mit Geld vollstopfen und von niemanden daran gehindert werden.

Eine andere Welt ist möglich. In Rostock haben wir gesehen, wie die andere Welt aussehen könnte, wenn sich nicht endlich etwas verändert.

Ich war am 2.6. in Rostock mit offen sichtbarem Gesicht. Ich habe wie viele andere Berlinerinnen und Berliner die Tanzmobile der Hedonistischen Internationale begleitet. Auf dem Foto oben ist einer dieser Demowagen zu sehen. Es gibt Videos von diesem Teil der Demo:
Video 1, Video 2, Video3:

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